Adriano

Ich war schon 3 Tage über dem errechneten Entbindungstermin und mittlerweile nervlich sehr angespannt. Während der Schwangerschaft wurde mir von verschiedenen Ärzten und Menschen immer wieder gesagt: „Dein Baby ist schon so groß und so weit entwickelt: Es kommt mit Sicherheit früher!!!“ Das war wohl nichts.
Aufgrund seiner Größe hatte die Ärztin in der ausgewählten Geburtsklinik mir angeraten bereits zum Anfang der kommenden Woche einzuleiten (da wären wir erst 7 Tage über Termin gewesen), evt. würde auch ein Kaiserschnitt in Frage kommen, da das Köpfchen noch ziemlich weit oben im Becken säße. Das war für mich unvorstellbar und ganz furchtbar und hat mir an diesem Tag ziemliche Angst gemacht. Ich wollte immer eine spontane und natürliche Geburt mit eigenem Beginn und wenn Möglich ohne Medikamente oder Schmerzmittel. Am Freitag beschloss ich dann einen entspannten Tag zu verbringen. Was brachte es mir, mich weiter unter Druck zu setzen. Ich konnte eh nichts ändern. Es würde alles gut werden… Ich gönnte mir also in der Saline Luisenhall eine entspannte Zeit, am Abend bin ich mit meinem Freund zum Italiener Pizza essen gegangen und danach haben wir uns einen lustigen Film im Kino angesehen. Und dann passierte es ganz klassisch in der Nacht nach dem Kino:
Ich hatte Samstag, 11.11. um 4 Uhr früh einen Blasensprung, wir sind dann erst um 13 Uhr ganz entspannt in Kreissaal angekommen (ich wusste ja, das Köpfchen sitzt fest und es kann nicht viel passieren) und ab 18 Uhr hatte ich erst brauchbare Wehen. Die Ärztin in der Geburtsklinik hatte ja zwei Tage zuvor gemeint, dass der Kopf nicht tief genug im Becken säße. Was sich unter der Geburt auch bewahrheitete. Der Kopf rutschte ewig nicht tiefer und er lag etwas verquer (das aufgrund meines Beckenschiefstandes). Das hat die ganze Sache in die Länge gezogen und er und ich hatten es nicht einfach. Der Muttermund hingegen ging zügig auf. Die Hebamme musste seinen Kopf unter der Geburt noch ein wenig drehen und ich hatte gut zu tun, damit er nach unten kam. Der Kleine hat alles super mitgemacht. Es ging ihm die ganze Zeit über gut. Obwohl die Hebamme schneiden wollte: ich habe abgelehnt und bin bei einem Kopfumfang von 37 cm heile geblieben. Erstaunte Blicke von allen Beteiligten.
Ich hatte mich während der Schwangerschaft mit Entspannungsübungen und Atemtechniken vorbereitet. Diese konnte ich zu Anfang ganz gut umsetzen, später allerdings nur noch die Atmung. Da ich dem Kleinen aktiv helfen musste durchs Becken zu rutschen, musste ich mich bei jeder Wehe sehr überwinden kreisende Bewegungen zu machen und an Entspannung war nicht zu denken. Aber schlussendlich haben wir es doch wunderbar gemeistert! Am 12.11.2017 um 01:17 Uhr mit genau 4.000 g und 55 cm war unser kleiner Sonneschein Adriano Luciano da! Fit und Gesund suchte er gleich meine Brust 🙂
Ich bin ganz stolz auf uns! Alles spontan, ohne Schmerzmittel und ohne Schäden gemeistert!

Kurz zur Geburtsklinik: wir hatten Luxus pur! Ich war ganz alleine dort und hatte Hebamme und Ärztin für mich alleine. Später konnten wir uns sogar aussuchen ob Familienzimmer oder Doppelzimmer zur Alleinnutzung. Ich hab mich dort sehr wohl und gut umsorgt gefühlt. Alle Schwestern und Ärzte waren richtig nett und toll! Ich könnte es mir nicht besser vorstellen. Und bin froh, dass ich immer auf mein Bauchgefühl gehört habe bei all diesen Entscheidungen. Für mich waren alle Vorbereitungen mit Hypnobirthing, Ruhepol bei Susanne, Yoga, Akupunktur etc. genau richtig. Ohne all das Wissen und dem Vertrauen, dass eine Geburt natürlich ist, hätte ich das sicher nicht so locker mitgemacht.

Der kleine Mann ist nun 3 Wochen alt und täglich fühle ich mich darin bestätigt, immer und zu jeder Zeit die richtige Entscheidung für uns getroffen zu haben. Vielen lieben Dank an Susanne, die mich ein Stück weit begleitet hat und mir auch immer ein gutes Gefühl mitgegeben hat. Ich freue mich schon auf den Rückbildungskurs bei ihr.