Besser konnte es nicht sein

Unser Sohn ist geboren.
Und zwar so , wie ich es mir insgeheim gewünscht hatte, aber mir selbst nicht zugetraut hätte.
Geplant war es mit den Wehen mit der Beleghebamme ins NMH zu fahren.
Denn der Kleine ist in unserem Schlafzimmer zur Welt gekommen. So wie ich es im Hypnobirthingbuch gelesen hatte, wie es früher so gut wie jede Frau gemeistert hat. Allein aus der Kraft der Natur, mit der liebevollen Unterstützung meines Mannes und unserer Hebamme. Ohne intensive medizinische Überwachung, ohne Einleitung. Ohne Schwerter in einer Hand im Kreißsaal, ohne Krankenhauskeime… und und undUm 19:00 begann das erste Ziehen, das ich für einige Stunden für weiter Senkwegen hielt. Also gingen wir eben einkaufen und guckten noch zwei Filme. 1:00 Uhr ging ich mit Wärmekissen ins Bett. Nun fing ich an die vermeintlichen Senkwehen zu veratmen. Im Hypnobirthing nennen sie es Ballonatmung… ich dachte: ”naja, wenns vielleicht hilft, versuch ich’s mal”. Zwischendurch schlief ich immer wieder ein. Auch mein Mann, der dann 2 Uhr ins Bett kam, schlief beim Zeitstoppen immer wieder ein. Wir konnten noch keine Regelmäßigkeit erkennen. So habe ich bis 5:00 Uhr weiter geatmet, gestöhnt , getönt und geschlafen… (später fiel mir ein, dass ich diverse mal auf Toilette war und sich auch endlich der Schleimpropf löste , das erzählte ich der Hebi aber nicht, da ich es schon wieder vergessen hatte…),  Mit leichter innerlicher Unruhe rief ich unsere Hebamme an. Ich sagte,  dass ich glaube Wehen zu haben, aber wenn sie meint ich solle nochmal schlafen, mache ich das. Sie bestätigte und sagte  “ruf an wenn du reden willst”.
Gegen 7 nahm ich genervt Handy, Kopfhörer und die Regenbogenentspannung von YouTube, (schließlich hatte ich es ein paar Mal geübt, hatte ja nichts zu verlieren) schlief immer wieder ein und mit letzter Phase der Entspannung öffnete sich die Fruchtblase. Sehr befreiend und eindeutig. 7:45 Uhr folgte ein weiterer Anruf bei der Hebamme und unsere Aussage klarzukommen revidierte mein Mann auf meine Bitte mit einem erneuten Anruf 10 Minuten später, nach erster überraschender Presswehe… Fruchtwasser ist ganz schön rot das hat mich verwirrt und leicht nervös gemacht…
Von nun an ist für mich alles in einem blassen Nebel. Als unsere Hebamme kurz vor 8:00 ankam war der Muttermund komplett geöffnet. Auf die Frage wo der Junge geboren werden solle antwortet ich entschlossen, dass es mir „scheißegal“ sei, Hauptsache ich muss mich hier nicht wegbewegen.
Dann ging alles relativ schnell, aber für Vierfüßler, Apfelschütteln, tiefe Hocke, Geburtshocker, Susannes Ausfallschritt 😉 und Rückenlage (hat mir überhaupt nicht gefallen) war genug Zeit. Auch für „zurückschieben“ des Babys, damit es besser an was auch immer vorbei kommt war Zeit.
Und siehe da mit der Wehe, die ich im Leben nicht für die letzte hielt war unser Sohn in der tiefen Hocke geboren.
Erst als ich Sekunden später die Augen öffnete, war mir klar dass es das “schon” war und er tatsächlich geboren war!
Aber diese Presswehen sind schon ganz schöne Arbeit, da ist Bergsteigen kein so schlechter Vergleich..:)

Mit zweifacher Nabelschnurumwicklung und einigen Sekunden der Orientierung fing unser Sohn nach dem Absaugen von Nase und Mund schließlich an zu schreien. Erleichterung. Danke Plazenta! Apgar 7/10/10
Jetzt ging’s für Sohn und Vater zum ersten Mal zum Kuscheln in unser eigenes warmes Bett! Besser konnte es nicht sein.
Die einzige Sorge, die ich während der ganzen Geburt hatte war, ob die Plazenta schnell und vollständig kommen würde. Und das kam sie, keine 10 Minuten später, leicht verkalkt, ich durfte sogar fühlen.

Mein Mann, mein Fürsprecher, mein Geburtsbegleiter hat mich ganz wunderbar ge- und unterstützt. Er hatte keinen Zweifel nach meiner Aussage nirgendwo anders mehr hinzugehen, an dem spontanen Vorhaben einer Hausgeburt. Und hat es so geschen lassen. Er war die ganze Zeit gelassen und gab mir die nötige Sicherheit und scherzte gelegentlich.

Auch Unsere Hebamme hat einen ganz wunderbaren Job geleistet. Ich bin so unglaublich dankbar, dass ich mich so hingeben und vertrauen konnte. Ihr Hebammen… seid alles in nur einer Person. Schade, dass es für euren Beruf gerade so schwierig ist.

Vielen Dank für deine Unterstützung in der Vorbereitung. Ich bin mir sicher, dass viele der Dinge die du uns im Kurs mitgegeben hast, mich im Unterbewusstsein für eine Hausgeburt haben entscheiden lassen. Wobei es sich für mich in dem Moment nicht wie eine Entscheidung angefühlt hat. Es kam alles ganz automatisch. Alles ist so passiert, wie es eben passiert ist und es hat eben solange gedauert, wie es gedauert hat! Nämlich gar nicht so lange 🙂