Einfach mal Zeit nehmen

…Zeit nehmen. Das habe ich nach dem Blasensprung am 28.08. um 2 Uhr nachts getan. Ich war noch bis 7:30 Uhr zu Hause und hatte zwischenzeitlich immer stärkere Wehen, die nur noch in sehr kurzen Abständen waren. Bis wir ins Krankenhaus gefahren sind, haben wir unter anderem noch gefrühstückt, die letzten Fotos vom Babybauch gemacht… und deinen Zettel gelesen ;).
Im Krankenhaus angekommen, ging dann alles ganz schnell. Selbst die kurze Fahrt war schon extrem und ich hatte das Gefühl während der Wehen kaum noch sitzen zu können. Angekommen in der Klinik waren natürlich die Kreissäle voll. Also musste ich mit den sehr schnell kommenden Wehen noch etwas auf dem Flur warten. Zum Veratmen der Wehen habe ich mir einen dort stehenden Wäschewagen ausgesucht, auf den ich mich gestützt hatte :D. Weil ich es einfach nicht mehr aushalten konnte, musste Lars nochmal an der Tür klopfen. Dann wurde ich auch sehr schnell reingeholt und eigentlich sollte noch das CTG angeschlossen werden… Aber das war schon zu spät:). Unser Baby war unterwegs und schon fast da, die Presswehen hatten praktisch mit Betreten des Kreissaales um 8 Uhr angefangen. In meinem unwissenden Kopf fragte ich noch, ob ich in die Wanne könne. Dies wurde natürlich verneint 😀 . Mein Mann wollte nochmal aufs Klo, ich sagte „nein“.
Dank des „Männer ABC’s“ hat er sich dran gehalten ;).
Nachdem ich auf dem 4 Füßlerstand bestanden hatte, es aber innerhalb von 5 Presswehen nicht weiter ging, kam der Kleine um kurz nach halb neun nach weiteren 5 Wehen im Liegen.  Da lag er nun und fing wenige Sekunden (gefühlt Minuten!) später an zu schreien. Was für eine Erleichterung. Völlig überwältigt von dieser schnellen und schönen Geburt konnten wir ihn bestaunen und spüren.
Die Plazenta…ein wichtiges Thema. Es wurde dran gezuppelt von der Hebammenschülerin, angeleitet von der Hebamme , nach geschlagenen 15 Minuten… mein Mann sagte sofort, dass wir das nicht möchten. Natürlich wurde gefragt, bei wem wir denn einen Kurs gemacht hätten. Die Plazenta kam dann nach 10 Minuten ganz natürlich. Wir haben sie mitgenommen und werden auf unserem Bauplatz einen Baum drauf pflanzen!

Nach einer Woche wurden wir dann entlassen. Unser Sohn wurde ja früher geboren (36+3) und hat sich mit der Aufnahme der Milch sehr schwer getan und Gelbsucht bekommen.

Mittlerweile wächst und gedeiht er und hat schon ordentlich zugenommen. Der Alltag ist schön und anstrengend zugleich :). Wir sind ganz verliebt in unseren kleinen Sohn und mächtig stolz!

Liebe Susanne,

wir danken dir herzlichst für die tolle Vorbereitung auf die Geburt. Dank dir war ich sehr entspannt und konnte ganz auf die Natur vertrauen. Wie man an der Plazenta Geschichte sieht, konnte auch mein Mann eine Menge mitnehmen und sich so aktiv einbringen.

Vielen vielen Dank!